Barrierefreie Bibliothek – barrierefrei?

Heute habe ich von einem wunderbaren Beispiel für barrierefreies Bauen und nicht-barrierefreies Nutzen erfahren. Die Humboldtbibliothek in Berlin-Reinickendorf. Innen ist sie für Rollstuhlfahrer/innen gut nutzbar. Allerdings muss man erst einmal hereinkommen. Es gibt eine Automatik-Tür, die allerdings abgestellt und mit einem Sperrgitter versperrt ist, damit sie sich nicht unverhofft öffnet und die Mitarbeiter/innen und Besucher/innen im Zug sitzen müssen. „Barrierefreie Bibliothek – barrierefrei?“ weiterlesen

Zugängliche Rolli-WCs

Auf dem Weg von Mecklenburg-Vorpommern nach Hamburg gibt es an der Autobahn die Rastätte Trave. Auf den Schildern werden groß Rolli-Toiletten angekündigt. Die wären sogar zugänglich gewesen, wenn nicht die Tür abgeschlossen gewesen wäre. Man musste die Treppe rauf und dann wieder in den Keller, um zu den Toiletten zu kommen. Eine Klingel, um von unten herein zu kommen, habe ich spontan nicht gefunden. Da frag ich mich, warum die große Ankündigung auf den Schildern?

Raststätte Trave

Nachtrag 2011

Man hat gelernt! Nun kann man mit einem Euro-Schlüssel zu den Toiletten kommen. Ist gut, wenn sich eine schlechte Lösung in eine gute verwandelt.

 

Zugänglichkeit von öffentlichen Gebäuden?

Eigentlich sollten öffentliche Gebäude barrierefrei zugänglich sein. Eigentlich. Oft muss man 20 Stufen bewältigen, um in ein Rathaus zu kommen. Rampen sehen hässlich aus und brauchen zu viel Platz oder der Denkmalschutz macht einen Strich durch die Rechnung. Schön ist, wenn man fitte Fußgänger um Hilfe bitten kann, wenn man selbst die Hindernisse nicht überwinden kann. Aber was macht Mensch, wenn kein Helfer weit und breit zur Verfügung steht?

Öffentlichkeitswirksam mit dem Rollstuhl durch Friedrichshafen

Wenn Zeitungen gerade ihr Sommerloch stopfen müssen, kann man sie dazu gewinnen, über Touren der Behördenmitarbeiter mit dem Rollstuhl durch die Stadt zu berichten. Oft zieren sich Mitarbeiter, den Platz im Rollstuhl einzunehmen. Aber wenn, dann kommen eventuell auch Zeitungsreporter, knipsen ein nettes Photo und schreiben einen Bericht, der sich positiv auf die Wählerzahlen auswirkt. Solche Öffentlichkeitswirksamen Touren können für Ungeübte anstrengend sein – insbesondere wenn sie Holperstrecken im Rollstuhl bewältigen müssen. Leider hält das große Medieninteresse nur für kurze Zeit.

Keine gute Presse bekommen die Bürgermeister, die sich für Rollstuhlfahrer/innen nicht interessieren und sich weigern, mal eine andere Perspektive einzunehmen. Sie hinterlassen so einen äußerst schlechten Eindruck.