Reisefieber – Spontanität schwierig!

Eine liebe Bekannte ist von Australien nach Hamburg gezogen. Ein gutes Jobangebot lockte sie hierher. Nach 3 Jahren in unserer Stadt, entdeckt sie nun den großen Vorteil eines Lebens im relativ dicht besiedelten Europa. Mit dem Flugzeug kann sie in kurzer Zeit viele europäische Metropolen erreichen und erkunden. Unvorstellbar für jemanden, der die Größe Australiens kennt und die Entfernungen dort gewohnt ist.

Auf ihrer Wunschliste für das Jahr 2013 stehen Rom, Paris, Athen und Budapest. Ihr Reisefieber ist ansteckend. Inzwischen ist der Frühling hier angekommen und auch in mir keimt der Wunsch, neue Orte kennenzulernen. Auf meiner Wunschliste steht ein Ausflug nach Wien.

Allerdings ist die Planung eines Wochenendtrips für mich ungleich komplizierter. Die erste Überlegung ist immer, ob die Stadt, die ich besuchen möchte, gut mit einem Rollstuhl befahrbar ist und Bus oder Bahn nutzbar sind. Hotels mit behindertengerechten Zimmern lassen sich meist finden, sind aber seltener und immer ein wenig teurer als die Standardzimmer. Ich muss vorher genau sagen, welche Zimmerausstattung ich brauche und klären, ob all meine Kriterien erfüllt sind. Auch die Tourplanung ist komplizierter. Was will ich sehen, sind meine Ziele mit dem Rollstuhl erreichbar?

Vorbildlich reagiert die Touri-Info in Wien. Schon 2 Tage nach meiner Anfrage per Mail liegt ein dicker Briefumschlag mit vielen nützlichen Informationen zur Barrierfreiheit in meinem Briefkasten.

Schön wäre, wenn jede Stadt so einen Service bieten und mit hilfreichen Informationen Reisevorbereitungen von Rollstuhlfahrern unterstützten würde. Die Tourismus GmbH der Millonenstadt Hamburg bietet das leider nicht. Obwohl die Vertreter der Stadt immer stolz auf die ständig steigenden Besucherzahlen hinweisen und zum Besuch aller möglichen Events einladen. Rollstuhlfahrer gehören scheinbar nicht zum Kundenstamm.

Unterstützung und wertvolle Tipps erhalte ich eher, wenn ich in speziellen Internetforen von und für Menschen mit Handicap nachfrage. Allerdings kann das auch schiefgehen. Sind die Infos noch aktuell?

Ich möchte spontan wie jeder andere reisen können. Dies bleibt leider ein unerfüllter Wunsch. Also werde ich wohl seltener auf die Reise gehen. Großer Vorteil: das spart eine Menge Geld und Energie.

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