Besuch bei Möbel Höffner in Hamburg-Eidelstedt – fast so etwas wie Erholung

Fast 17 Jahre hat es gedauert, bis die Bezirksversammlung Eimsbüttel den Bebauungsplan Eidelstedt 68 verabschiedet hat und Klaus Krieger, Eigentümer des Möbel Giganten Höffner, mit dem Bau beginnen konnte.

Einige hatten Bedenken, dass die Ansiedlung eines weiteren Riesen in Hamburg den Einzelhandel im Stadtteil zerstöre und viele kleine Geschäfte dem Giganten nichts entgegensetzen können. Auch eine massive Verkehrsbelastung wurde befürchtet. Befürworter freuten sich über die Schaffung neuer Arbeitsplätze in einem strukturschwachen Stadtteil.

Der Bezirk hat die Bedenken ernst genommen, verschiedene Akteure haben den B-Plan besonders intensiv geprüft. Bis er die Baugenehmigung in der Tasche hatte, musste Krieger einige Kröten zum Wohl des Stadtteils Eidelstedt schlucken:

  • Eine neuen Straße bauen, die von der Holsteiner Chaussee aus zum Möbelmarkt führt.
  • Die Verkaufs- und Lagerfläche ist kleiner als ursprünglich geplant.
  • Es sollen weniger „Randsortimente“ wie Teppiche, Leuchten und Vorhänge verkauft werden, um den Fachhandel vor Ort keine Konkurrenz zu machen.
  • Der Bau soll höchsten ökologischen Ansprüche genügen. Laut Kurt Krieger wird der Energieverbrauch 40 Prozent unter der Energiesparverordnung liegen.
  • Der Möbelmarkt soll den größten Teil der 400 neuen Mitarbeiter aus dem umliegenden Gebiet einstellen. Zudem muss Krieger 30 Prozent Arbeitslose einstellen und viele Lehrstellen einrichten.
  • Für den Stadtteil plant Krieger einen Bolzplatz und einen Basketballplatz auf seinem Gelände plus ein Holzhäuschen als Stadtteiltreff.

Lange habe ich überlegt, ob ich bei Höffner einkaufen gehen sollte. Die Befürchtungen kann ich nachvollziehen, aber als Konsumentin habe ich den Einkauf genossen. Vor der Tür gibt es ausreichend Behindertenparkplätze, der Laden ist absolut barrierefrei. Die Gänge sind breit, ich komme mit meinem Rollstuhl überall hin, die Aufzüge sind groß genug, nach einem BehindertenWC muss ich nicht lange suchen.
All die Hindernisse, die sich mir täglich in den Weg stellen, kann ich vergessen. Es gibt keine holprigen, schiefen Bürgersteige, ich kann entspannt einkaufen, weil ich mir nicht überlegen muss, ob und wo ich eine Pause machen kann.
Ich finde es schade, wenn durch mein Konsumverhalten bestehende Strukturen kaputt gehen, aber ein Einkauf in einem Geschäft mit einer guten Infrastruktur ist auch ziemlich erholsam.

Autorin Birgit Brink, November 2012

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