Nistkästen – Wohnraum für Vögel in Eimsbüttel

Auf meinen Touren durch Eimsbüttel fahre ich gern am Urban Gardening Projekt Stephanusgarten vorbei oder rolle durch die Kleingartensiedlung „Am Wasserturm“. Es ist immer spannend zu sehen, was dort wächst und gedeiht.

Der Stephanusgarten liegt mitten im dicht bebauten Stadtteil Eimsbüttel. Er entstand 2016 durch eine nachbarschaftliche Initiative. Menschen, die sich vorher kaum kannten, verbindet hier der Spaß am gemeinsamen Gärtnern. Der Kleingartenverein „Am Wasserturm“ ist einer von 15 Vereinen im benachbarten Stadtteil Stellingen. Er ist auch ein Naherholungsraum für gestresste Stadtbewohner, denen oft ein eigener Platz zum Gärtnern fehlt.

Rosa Nistkasten mit zwei Einfluglöchern (c) Birgit Brink

Bei einer meiner Touren im Februar 2018 fiel mir auf, wie viele Nistkästen überall in den Bäumen hängen. Und alle sehen noch unbewohnt aus. Wann und von welchen Vögeln sie wohl bezogen werden?

Niskasten aus Holz (c) Birgit Brink

Hilfreiche Informationen finde ich auf der Webseite des NABU. Nistkästen sind eine Bruthilfe für Vögel im Frühjahr, aber im eiskalten Winter bieten sie zusätzlich Vögeln wie Meisen und Kleibern, kleinen Säugetieren (z. B. Eichhörnchen) und Insekten ein schützendes Dach über den Kopf und eine Schlafstube.

Das alles war mir neu. Ich bin in einer kleineren Stadt in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen. In unserer Umgebung gab es Gärten und viel Grün. Ich war daran gewöhnt, im Frühling durch lautes Vogelgezwitscher geweckt zu werden und machte mir nie Gedanken darüber, wie die Lebensbedingungen von Vögeln sein müssten, damit sie überleben, sie waren einfach da.

Mitten in einer großen Stadt wie Hamburg ist das anders. In dicht bebauten Stadtvierteln gibt es viel weniger Grün, weniger Nistmöglichkeiten und ein geringeres Nahrungsangebot für Vögel.

Ich möchte mich aber auch weiterhin am Piepsen verschiedener Vögel erfreuen und kann einiges tun:

In Eimsbüttel werden die meisten Altbauten heute saniert oder abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die Bauherren achten meist penibel darauf, dass alle Nischen und Hohlräume zugebaut werden. So finden Vogelarten, die früher gern im urbanen Raum genistet haben (z. B. Blaumeisen oder Kohlmeisen), kaum noch eine Mauerspalte, die noch nicht dicht geputzt ist. Man könnte gleich beim Neubau darauf achten, dass es Mauerspalten gibt, in denen Vögel brüten können, oder man kann alternativ künstliche Nistkästen oder -höhlen aufhängen.

Auf meiner Tour habe ich eine Menge unterschiedlicher Behausungen gefunden. Ob sie wohl in den nächsten Wochen bezogen werden?

Blaumeise vor einem Nistkasten (c) Henrik Zawischa

Gartenbaumläufer (c) Henrik Zawischa

Henrik liebt es, Vögel zu fotografieren. Damit er sie vor die Linse bekommt, hat er im letzten Jahr begonnen, ihnen ein Zuhause zu schaffen. Angefangen hat er mit dem Bau eines Futterhauses, das nun in unserem kleinen Gemeinschaftsgarten hängt. Seit Anfang des Jahres sind ein Nistkasten für einen Gartenbaumläufer im Stephanusgarten und ein Nistkasten für Kohlmeisen hinterm Haus dazu gekommen.

Ich bin gespannt, ob eine der beiden Kohlmeisen oder die Blaumeise, die sich oft in unserem Garten tummeln, dort brüten werden. In Augenschein genommen haben sie ihn schon.

Insektenhotel (c) Friederike Fokken

Das Aufhängen von Nistkästen ist erst ein Anfang. Damit Vögel in der Stadt gerne leben, brauchen sie auch genügend Nahrung (z. B. Insekten, Regenwürmer, fruchttragende Gehölze). Im Internet finden sich eine Menge Tipps, worauf man achten sollte, damit ein Garten vogelfreundlich wird. In Gärten helfen viele Nützlinge, wie zum Beispiel Hummeln oder Wildbienen als kostenlose biologische „Schädlingsbekämpfer“, das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Im Kleingartenverein Im Kleingartenverein Am Wasserturm hängt ein Insektenhotel.

In der nächsten Zeit haben wir einiges vor. Im Garten wollen wir noch mehr Nistkästen aufhängen und Blumen anpflanzen, die Insekten anlocken. Einen guten Standort für ein Insektenhotel muss noch gefunden werden.

Mal sehen, wie sich die Ideen umsetzen lassen.

Birgit Brink, März 2018

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