Ende gut, alles gut!

Karin Wolters aus Düsseldorf wollte im letzten Sommer mit einer Freundin aus Australien schwimmen gehen. Eigentlich die normalste Sache der Welt. Leider ein wenig schwieriger, wenn man Rollifahrerin ist.

Es gibt eine Behindertenumkleidekabine mit Dusche und Toilette, die ich in einem Düsseldorfer Freibad benutzen wollte. Als ich die Türe aufschloss, war sie bis zum Eingang mit Putzutensilien gefüllt. Ich fuhr zur Männerseite, doch auch dort stand alles voll. Also rollte ich zurück zur Kasse und fragte: „Wo kann ich mich denn umziehen?“. Die Kassiererin schaute mich ratlos an und sagte höchst erstaunt: „Bisher hat das noch nie ein Rollifahrer gefragt!“. Ich antwortete: „Ich brauche einen geeigneten Platz zum umziehen, anders geht das nicht.“  Sie wunderte sich zwar, dass ich zum Umziehen eine Kabine benötige und andere Rollifahrer nicht, trotzdem bekam ich den Hinweis zur Kabine zurück zu gehen, es käme gleich jemand der hilft.

Meine Freundin und ich warteten schon zwanzig Minuten, als ich noch einmal zur Kasse zurück rollte um zu fragen ob man mich vergessen hätte. „Nein, hat man nicht. Das geht nicht schneller“, sagte die Kassiererin genervt. Ich rollte zurück. Nach weiteren zehn Minuten warten fingen wir an, die Umkleidekabine selber auszuräumen. Genau in diesem Moment kam die Kassierein angerannt und schimpfte, „das dürfen sie nicht“. Na toll, dachte ich mir, und sie dürfen diese Kabine nicht zweckentfremden. Ich mußte mich sehr beherrschen, nicht die Geduld zu verlieren.

Als ich endlich den Zugang zur Kabine bekam, ließ sich die Türe  nicht von innen verriegeln , der Duschklappsitz war nicht unter der Dusche angebracht, es gab nur für die Toilette Wasser und die Euromünzen passten nicht in die D-Mark Schlitze der Spinte.

Ich reklamierte diese katastrophalen Zustände bei der Bädergesellschaft Düsseldorf und bekam sechs Wochen später einen Anruf: „Sie können jetzt wieder schwimmen kommen. Wir haben beide Behindertenumkleidekabinen renoviert, neues Equipment angeschafft und die Türe hat ein Euroschloß bekommen „. So eine prompte Reaktion auf eine Beschwerde bekam ich noch nie. Echt lobenswert! :-))

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